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Standort: Wagrain (Steiermark)

Planung: 2010–2018

Umsetzung: 1. Baustufe 2010, 2. Baustufe 2012, 3. Baustufe 2014, 4. Baustufe 2018

Auszeichnung: Energy Globe Salzburg 2011

Mitarbeiter: Roman Schmidt, Mario Niescher, Christian Kanzian, Thomas Stöckl, Gerhild Goldberger

Forschungsbericht: Energieeffiziente Schwimmbäder Bericht runter-laden

www.mein-edelweiss.at

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© Erwin Trampitsch

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Westansicht der Gesamtanlage

Wenn man als Architekt von vielen Passivhäusern mit dem Entwurf eines Schwimmbades beauftragt wird, kommt auch Unbehagen auf: Darf ein Schwimmbad mit 300 Quadratmetern Innenraumfläche nach derzeitigem Standard das 20-fache an Energie eines Passivwohnhauses gleicher Größe verbrauchen? Zu dieser Problematik wurde daher ein Forschungsauftrag bei der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft mit dem Inhalt, ein Pflichtenheft zur Planung und Ausführung energieeffizienter, ökologischer Schwimmbäder und Wellnesseinrichtungen für den Tourismus zu erstellen, eingebracht. Die Einsparungspotenziale sind bei Schwimmbädern besonders hoch. Es lohnt sich also gerade hier, die Passivhausbauweise und den Holzbau zur Anwendung zu bringen. 

Der Entwurf eines Schwimmbades trägt bereits den Keim in sich, der in hohem Maße über Energieeffizienz entscheidet. Maßgeblich für einen energieoptimierten Entwurf ist vor allem das Oberflächen-Volumen-Verhältnis sowie der Anteil der sonnenzugewandten Fassade an der Gesamtfassade. Diesbezüglich bilden natürlich Südhänge große Vorteile. Die ökologischen Vorzüge des Baustoffs Holz sind unbestritten, aber auch Bauphysik, Baubiologie und Statik sprechen für die Verwendung dieses Baustoffs. Aufgrund der Erfahrung mit der Planung von Schwimmbädern können wir festhalten, dass der Baustoff Holz für Schwimmbäder über ein enormes Potenzial verfügt. Aber es ist -notwendig, zwischen bauphysikalisch „riskanten“ und „sicheren“ Konstruktionsdetails zu unterscheiden.

Anfang Dezember 2010 wurde mit dem Schwimmbad des Hotels Edelweiss in Wagrain das erste Schwimmbad Österreichs in Passivhausbauweise fertiggestellt und eröffnet. Alle baulichen Komponenten entsprechen diesem höchsten Standard an energieeffizienter Bauweise. Darüber hinaus wurde der Beckenkörper voll wärmegedämmt und eine Fülle energiesparender, technischer Einrichtungen installiert. Die primäre Aufgabe der Architekturplanung war es, eine kompakte und konsequent nach Süden geöffnete Baukörperausformung zu entwerfen. Das Gebäude wurde weitgehend ins Erdreich integriert, die Hülle konsequent und hochwertig wärmebrückenfrei ausgeführt. Innerhalb dieses Projektes wurde eine Reihe von energieeffizienten Maßnahmen verwirklicht; hochenergieeffiziente Wärmerückgewinnung der Lüftungs- und Schwimmbadentfeuchtungsanlage, Wärmerückgewinnung der Saunaabluft, Wärmerückgewinnung des Duschwassers und Schwimmbadabwassers aus den Überlaufrinnen, Verzicht auf Zirkulationsleitungen und vieles mehr.

  • © Erika Mayer

  • © Erwin Trampitsch

  • © Erika Mayer

  • © Erika Mayer

  • © Erika Mayer

  • © Hotel Edelweiss

  • © Selina Falsch

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Die Situation vor dem Umbau

Nach zwei weiteren, kleineren Baustufen wurde im Frühjahr 2018 das Hotel generalsaniert und größere Erweiterungen aus Holz realisiert. 
Im Wesentlichen waren das die Erweiterung des Erdgeschoßes im Bereich des Foyers, eine Bar sowie die Vergrößerung des Loungebereichs. Außerderm wurden im 1. Obergeschoß neue Gästezimmer und im Untergeschoß neue Mitarbeiterzimmer geschaffen. Schließlich erhielt das gesamte Gebäude eine neue Fassadengestaltung im Zuge einer Neugestaltung der Zimmer.
Wesentliches Gestaltungselement sind hier die „besitzbaren“ Fenster des Aufenthaltsbereichs mit einer geringen Parapethöhe auf Sitzebene, welche den fantastischen Ausblick auf die Bergwelt freigeben. Diese Lösung bietet gleichzeitig ein Maximum an Platz im Inneren bei der durch den Straßenverlauf begrenzten Möglichkeit der Raumbildung. Das gesamte Hotel wurde thermisch saniert und erhielt dabei durch die Lärchenholzschalung aus Altholz in den oberen Geschoßen sowie durch die Steinverkleidung in den unteren Geschoßen ein weitgehend neues Erscheinungsbild. Ein Großteil der Zimmer erhielt wintergartenartige Vorbauten oder Loggien aus Holz. Gestalterisch wurde das Haus durch das Sand- bzw. Eisstrahlen der alten Vordächer und der verbleibenden Fassadenverkleidungen aufgewertet. Der Einsatz des Altholzes und die abgebeizten Holzteile des Bestandes bilden eine gestalterische Einheit.

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