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Standort: Khünburg (Kärnten)

Planung: 2009/2010

Umsetzung: 2010 /2011

Auszeichnung: Energy Globe Kärnten 2011

Mitarbeiter: Bernd Zerza, Andreas Mitterer, Thomas Stöckl, Michaela Schabus, Franziska Dej, Gerhild Goldberger

Forschungsbericht: Neue Energien 2020 - Umsetzung Bericht runter-laden

www.der-weber.at

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Südfassade des Bauernhauses mit Carport und Glashaus

Das Projekt beinhaltet die Hochrüstung einer regionaltypischen und kulturhistorisch wertvollen Bausubstanz unter Einsatz von Solarthermie und Photovoltaik zu einem Passivhaus bzw. Energie-Plus-Haus. Diese Aufgabe wurde im Rahmen einer Sondierung durch das Programm „Haus der Zukunft Plus“ seitens der Jury zur Realisierung empfohlen und schließlich durch das Förderprogramm „Neue Energien 2020“ als Demonstrations-projekt verwirklicht. Für das Ergebnis, dass dieses Gebäude mehr Energie erzeugt als verbraucht, waren eine Fülle von Innovationen erforderlich, zum Beispiel eine 40 Zentimeter starke Innendämmung ohne Dampfbremse im Steinmauerwerk.

Selbst bei Gebäuden der Nachkriegszeit — welche sich bereits mehr oder weniger der Formensprache der Moderne bedienen und deren thermische Sanierung zumindest aus ästhetischer Sicht kaum Probleme verursacht, sondern meist sogar Verbesserungen ermöglicht — stößt man auf Grenzen des technisch Mach-baren und ökonomisch Vertretbaren. Bei regional-typischen, traditionellen, historisch bedeutsamen Objekten betritt man allerdings ein Spannungsfeld, welches weit mehr Probleme birgt als nur das der bautechnischen Umsetzbarkeit. Bei dem Versuch einer „vollkommenen thermischen Sanierung“ eines Bauernhauses mit ca. 60 Zentimeter starken Steinmauern, dessen Längsseite eben nicht nach der Sonne ausgerichtet ist, sondern anderen Bedingungen folgt, und der „Metamorphose“ eines solchen Objektes zu einem „Energie-Plus-Haus“ bzw. Solarhaus stößt man auf gewaltige Gegensätze, die zunächst geradezu unlösbar erscheinen.

Die thermische Sanierung des Erdgeschoßes stellt eine vollständige Innovation in der Bautechnik dar. Die außergewöhnliche Herausforderung lag in der Innendämmung im Bereich des 60 Zentimeter starken Steinmauerwerkes. Für diese Art der Innendämmung wurde ein Feldversuch an der FH Kärnten in Spittal/Drau gestartet, mit dem positiven Ergebnis, dass entgegen dem Stand der Technik in der Bauphysik eine insgesamt 40 Zentimeter starke Innendämmung auf Basis von Zellulose, Heraklith-Platten und Lehmputz ohne Dampfbremse sich als durchführbar erwies. Dadurch erst war es vertretbar, diese neue Art der Innendämmung auch beim Energie-Plus-Haus Weber zur Anwendung zu bringen.

Die Neukonzeptionierung des gesamten Dachstuhles in Passivhausbauweise war eines jener Ziele, welche von Beginn an klar verfolgt wurden und im Zuge der Planungsphase nicht mehr in Frage gestellt werden mussten. Der alte Dachstuhl wäre zwar aus Sicht der Denkmalpflege grundsätzlich erhaltenswert gewesen, entsprach aber statisch in keiner Weise den Anforderungen und hätte der Funktion eines Seminarraumes, welcher jedenfalls stützenfrei auszubilden war, nicht entsprochen. Auch die thermische Sanierung wäre kaum möglich gewesen.

Die archaisch-ländliche Formen-sprache des äußeren Erscheinungsbildes wird im Inneren mit zeitgemäßem Interieur-Design weitergeführt. Umgesetzt wurde dieses Konzept mit baubiologisch hochwertigen, natürlichen Materialien sowohl im Baugefüge als auch im Innenausbau: Zellulose und Lehmputz für die Innendämmung, Mineralschaum-platten für die Außendämmung im Bereich der Steinmauern, Zellulose und Holzweichfaserplatten für die Holzbaubereiche samt naturbelassenem Lärchenholz für konstruktive Elemente, Fassadenschalungen, Fenster und Türen, Lehmputze mit Wandheizungen in allen Wohnungen, Zirbenholz für die Möbel und Lüftungskanäle. Das Erdgeschoß und das erste Obergeschoß beinhalten seit der Renovierung drei Ferienwohnungen. Zudem stehen den Gästen ein Glashaus und der überdachte Freibereich zur Verfügung.

  • © Hannes Pacheiner

  • © Hannes Pacheiner

  • © Hannes Pacheiner

  • © Hannes Pacheiner

  • © Harald Eisenberger

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© Architekten Ronacher

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Bestandsgebäude und Projektskizze

Der Weber soll nicht nur als Unterkunft für ruhesuchende Menschen dienen. Er ist gleichzeitig Begegnungszentrum für den Informationsaustausch und die Weiter-bildung in den Bereichen ökologische bzw. naturnahe und energieeffiziente Architektur, Kunst und Kunsthandwerk sowie ganzheitliche Sichtweisen in allen Lebenssphären, vor allem aber jener der Gesundheit von Seele, Geist und Körper. Seit Herbst 2011 steht das Haus für Seminare, Vorträge und Veranstaltungen zur Verfügung.

Durch die ausgeprägte Hanglage des Areals war es möglich, ein spezielles Glashaus für Permakultur zu entwickeln, das die einfallende Sonnenenergie optimal nutzt. Die üblichen Probleme von Glashäusern mit sehr großen Temperaturschwankungen können hier vermieden werden, da die Glasflächen lediglich auf die Südseite ausgerichtet bleiben, die übrigen Bauteile hingegen als Speichermassen dienen.

Die Errichtung dieses speziellen Glashaustyps deckt die Energieversorgung des Energie-Plus-Hauses Weber ab. Es wurde als Idealtyp für eine Glashausarchitektur am Hang entwickelt, welcher ein optimiertes Verhältnis von Glasfläche zu den übrigen Oberflächen aufweist und den Sonneneinfallswinkel aller Jahreszeiten berücksichtigt.

Die Dachneigung von 35 Grad mit der vollflächigen und flächenbündigen Lösung für die PV-Module und die Solarkollektoren soll nicht nur die ästhetischen Ansprüche erfüllen, sondern vor allem auch dafür Sorge tragen, dass im Winter Schneefreiheit durch das sofortige Abrutschen des Schnees gewährleistet ist.

Es wurde eine Südfront geplant, welche einerseits einen möglichst großen Sonneneinfall im Winter zulässt und sich andererseits im Sommer großzügig durch Schiebeelemente öffnen lässt. Die Kombination der Schrägverglasung mit der Integration von thermischen Solarkollektoren und Photovoltaik-Elementen wurde in einem intensiven Entwurfs- und Planungsprozess optimiert, nachdem mehrere Varianten entwickelt worden waren.

In der Detailkonzeptionierung des Glashauses wurde — wie bei einem Wohnhaus — auf die Vermeidung von Wärmebrücken geachtet. Dadurch kann dieses Glashaus ohne jegliche zusätzliche Heizung allein durch die gezielte Südausrichtung und Dreifachverglasung bei den vertikalen Elementen seine Funktion erfüllen und über die gesamten Winter-monate uneingeschränkt genutzt werden.

  • © Hannes Pacheiner

  • © Hannes Pacheiner

  • © Hannes Pacheiner

  • © Hannes Pacheiner

  • © Hannes Pacheiner

  • © Hannes Pacheiner

  • © Hannes Pacheiner

  • © Hannes Pacheiner

  • © Hannes Pacheiner

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